Anbauplanung mit unseren regionalen Landwirten
Ein Blick hinter die Kulissen zusammen mit Kim, unserer Einkäuferin für Obst & Gemüse
Warum Planung im Gemüseanbau so wichtig ist
Ich bin nun seit einem Jahr für den Einkauf für frisches Obst und Gemüse zuständig – und mir wurde schnell klar: Kein Monat ist wie der andere! Jede Jahreszeit – und damit Saison – bringt ihre Eigenheiten mit, ihre Vorteile und ihre Herausforderungen. Damit unsere Kundinnen und Kunden trotzdem das ganze Jahr über zuverlässig beliefert werden können, braucht es vor allem eins: eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, sowohl mit denen aus der Region, als auch mit dem Bio-Großhandel.
Gemeinsam statt gegeneinander
Uns ist wichtig, dass unsere regionalen Landwirt:innen sich nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Teil eines gemeinsamen Systems. Deshalb setzen wir uns jeweils zum Jahresende mit Andreas, Uwe und Petra zusammen und planen das kommende Anbaujahr.
Dabei schauen wir gemeinsam zurück: Welche Mengen wurden angebaut? Wie viel davon haben wir tatsächlich an unsere Kundinnen und Kunden verkauft? Gab es Sorten, von denen alle zu viel hatten – Stichwort Kartoffeln – und andere, die schneller vergriffen waren, sodass ich im Großhandel zukaufen musste?
Überproduktionen versuchen wir gezielt abzufangen – mit Aktionen, Angeboten oder speziellen Zusammenstellungen in den Kisten.
Sicherheit für alle Seiten
Im gleichen Zuge besprechen wir die Sorten und groben Mengen für das neue Jahr. Für unsere Landwirte bedeutet das vor allem eins: Planungssicherheit. Sie wissen, welche Mengen wir voraussichtlich abnehmen können, und müssen keine Sorge haben, am Ende auf ihrer Ernte sitzen zu bleiben.
Wer kann wann liefern?
Damit alle gleichermaßen verkaufen können, sprechen wir offen über Anbau- und Lagerkapazitäten. Wer hat welche Möglichkeiten, und zu welchem Zeitpunkt im Jahr?
Andreas kann durch seinen Folientunnel sehr früh starten und den kalten Jahresbeginn gut abdecken. Uwe hingegen ist stark im Sommer und in der längeren Saison.
Das heißt konkret: Wir beginnen mit den Salaten von Andreas, in der Hochphase beziehen wir Salate von beiden – und gegen Ende kommen sie vor allem von Uwe. So stellen wir sicher, dass niemand bevorzugt oder benachteiligt wird.
Planung ist gut – tägliche Abstimmung ist besser
So wichtig das jährliche Planungsgespräch auch ist: Der Alltag im Einkauf lebt von regelmäßiger Kommunikation. Anfang jeder Woche telefoniere ich mit allen Lieferanten und frage ab, welche Sorten in der kommenden Woche verfügbar sind und welche Mengen ich fest für unsere Abos einplanen kann. Daraus entstehen unsere Obst- und Gemüsekisten.
Mindestens genauso wichtig sind die täglichen Gespräche. Denn das Wetter hält sich selten an Pläne. Hitze, Frost oder starker Regen können dafür sorgen, dass sich geplante Mengen plötzlich verändern – manchmal von heute auf morgen. Dann heißt es schnell reagieren: Ware umbestellen, austauschen oder neu planen.
Und manchmal läuft es auch genau andersherum: Ideale Wetterbedingungen sorgen für mehr Ertrag als gedacht. Dann versuche ich, vorbestellte Ware beim Großhandel zu reduzieren oder zusätzliche Kisten damit zu bestücken.
Eins ist sicher
Langweilig wird es nie.
Und genau das macht die Zusammenarbeit mit unseren Landwirten – und meinen Job im Einkauf – so besonders.