Zum WarenkorbZum Warenkorb

Warenkorbvorschau

Deine Bestellung zum
Bis zum änderbar!
Scheinbar gab es ein Problem beim Laden der Liefertermine. Bitte Lieferdatum auswählen
Es befinden sich Artikel mit Alkohol im Warenkorb. Die Lieferung darf nicht an Minderjährige erfolgen. Unser Fahrer wird dies bei der Auslieferung überprüfen.
Achtung: Du hast noch offene Änderungen in deinem Warenkorb. Vergiss nicht, deine Änderungen abzusenden! 🥕

Deine Kiste ist auf dem Weg zu dir.
Schau dir hier den Sendungsstatus an.

Willkommen

date-icon

Warum gibt es gerade Probleme bei Paprika?

Momentan sind Paprikaschoten knapper, teurer und die Qualität mitunter nicht so, wie wir es uns wünschen. Das hat einen konkreten Grund: In den spanischen Anbaugebieten wütet seit der Saison 2024/25 massiv ein winziger, aber verheerender Schädling: Thrips parvispinus.

Ein Schädling auf dem Vormarsch

Wer Paprika in seiner Ökokiste hat, dem ist vielleicht schon aufgefallen: Die roten, gelben und grünen Schoten sind in letzter Zeit teurer geworden, manchmal kleiner als gewohnt oder gar nicht verfügbar. Der Grund dafür liegt weit im Süden — genauer gesagt in Südspanien, der Region, die den europäischen Markt mit einem Großteil seiner Paprikaschoten versorgt.
Dort hat sich in den letzten Jahren ein Schädling festgesetzt, der die Erzeuger verzweifeln lässt: Thrips parvispinus. Das Insekt stammt ursprünglich aus Indonesien und hat sich — begünstigt durch den Klimawandel — in den Gewächshäusern der Region festgesetzt. Ein tropisches Insekt, das sich eigentlich nicht an unbeheizte Gewächshäuser anpassen sollte, hat sich aufgrund steigender Temperaturen gut eingelebt.

Was der Thrips anrichtet

Thrips parvispinus ist kaum mit bloßem Auge zu sehen — trotzdem richtet er massive Schäden an. Die Fraßtätigkeit hinterlässt Narben und Flecken auf der Fruchtoberfläche, die die Qualität und Vermarktbarkeit erheblich mindern — und gleichzeitig als Eintrittspforten für Krankheitserreger dienen können. Früchte, die so aussehen, lassen sich nicht mehr verkaufen. In schwer befallenen Beständen mussten Erzeuger ganze Kulturen aufgeben.

Wo Chemie versagt, punktet die Natur

Hier wird es aus Bio-Perspektive interessant: Chemische Pestizide sind gegen Thrips parvispinus weitgehend wirkungslos, weil der Schädling Resistenzen entwickelt hat. Schlimmer noch: Breitbandinsektizide zerstören die Nützlingsfauna, die den Thrips natürlicherweise in Schach halten würde — was den Befall am Ende noch verschlimmert.
Der einzig sinnvolle Weg ist biologische Schädlingsbekämpfung: Raubmilben, Raubwanzen und andere Nützlinge, die gezielt die Thrips-Larven dezimieren. Die spanischen Anbaugebiete haben dies schon einmal erlebt: Als ein früherer Thrips die Paprikakulturen bedrohte und chemische Mittel versagten, stellten innerhalb eines Jahres 90 Prozent der Erzeuger auf biologische Schädlingsbekämpfung um. Jetzt steht die Region vor einer ähnlichen Lernkurve — diesmal mit einem noch hartnäckigeren Schädling.

Thrips on pepper flower.jpg (Copyright by  Metin GÜLEŞCİ)

Was das für euch bedeutet

Wir achten weiterhin sehr genau darauf, welche Qualitäten wir euch anbieten. Gleichzeitig versuchen wir, fair und transparent mit der Situation umzugehen. Das kann aktuell heißen:

  • Paprikaschoten sind zeitweise knapper verfügbar
  • die Preise liegen über dem gewohnten Niveau
  • die Optik kann stärker schwanken als sonst

Geschmack und Verwendbarkeit müssen darunter nicht automatisch leiden. Gerade bei Gemüse gilt oft: Nicht jede kleine äußere Abweichung ist ein Qualitätsmangel im kulinarischen Sinn.
Uns ist wichtig, dass ihr nachvollziehen könnt, was hinter solchen Veränderungen steckt. Bio bedeutet für uns auch: mehr Nähe zur Realität des Anbaus. Dazu gehören gute Zeiten, in denen alles so klappt, wie die Erzeuger:innen und wir uns das vorstellen – und manchmal eben auch Phasen, in denen der Anbau unter Druck steht.
Wir finden, Transparenz ist gerade dann wichtig, wenn etwas nicht perfekt läuft. Und wir sind froh über Kundinnen und Kunden, die diesen Weg mit uns gehen.

Foto:  Metin GÜLEŞCİ  | Thrips on pepper flower.jpg |  Creative Commons Attribution 4.0 International)