Ein Schädling auf dem Vormarsch
Wer Paprika in seiner Ökokiste hat, dem ist vielleicht schon aufgefallen: Die roten, gelben und grünen Schoten sind in letzter Zeit teurer geworden, manchmal kleiner als gewohnt oder gar nicht verfügbar. Der Grund dafür liegt weit im Süden — genauer gesagt in Südspanien, der Region, die den europäischen Markt mit einem Großteil seiner Paprikaschoten versorgt.
Dort hat sich in den letzten Jahren ein Schädling festgesetzt, der die Erzeuger verzweifeln lässt: Thrips parvispinus. Das Insekt stammt ursprünglich aus Indonesien und hat sich — begünstigt durch den Klimawandel — in den Gewächshäusern der Region festgesetzt. Ein tropisches Insekt, das sich eigentlich nicht an unbeheizte Gewächshäuser anpassen sollte, hat sich aufgrund steigender Temperaturen gut eingelebt.
Was der Thrips anrichtet
Thrips parvispinus ist kaum mit bloßem Auge zu sehen — trotzdem richtet er massive Schäden an. Die Fraßtätigkeit hinterlässt Narben und Flecken auf der Fruchtoberfläche, die die Qualität und Vermarktbarkeit erheblich mindern — und gleichzeitig als Eintrittspforten für Krankheitserreger dienen können. Früchte, die so aussehen, lassen sich nicht mehr verkaufen. In schwer befallenen Beständen mussten Erzeuger ganze Kulturen aufgeben.
Wo Chemie versagt, punktet die Natur
Hier wird es aus Bio-Perspektive interessant: Chemische Pestizide sind gegen Thrips parvispinus weitgehend wirkungslos, weil der Schädling Resistenzen entwickelt hat. Schlimmer noch: Breitbandinsektizide zerstören die Nützlingsfauna, die den Thrips natürlicherweise in Schach halten würde — was den Befall am Ende noch verschlimmert.
Der einzig sinnvolle Weg ist biologische Schädlingsbekämpfung: Raubmilben, Raubwanzen und andere Nützlinge, die gezielt die Thrips-Larven dezimieren. Die spanischen Anbaugebiete haben dies schon einmal erlebt: Als ein früherer Thrips die Paprikakulturen bedrohte und chemische Mittel versagten, stellten innerhalb eines Jahres 90 Prozent der Erzeuger auf biologische Schädlingsbekämpfung um. Jetzt steht die Region vor einer ähnlichen Lernkurve — diesmal mit einem noch hartnäckigeren Schädling.